Donnerstag, 17. November 2016

Jagd ist Tierquälerei!

.
Da las ich doch neulich wirklich, wie ein Jäger das Ammenmärchen verbreitete: „Bei der Jagd werden Tiere schonend und leidensfrei erlegt“. Für wie dumm halten uns solche „Heger und Pfleger“? Das ist ja eine Beleidigung für jeden, der einen durchschnittlichen IQ hat.
.
Nun zu animal-spirit.at

Jagd ist Tierquälerei!

Jagdverbände behaupten, Jagdausübung und Tierschutz seien keine Gegensätze. Die Ansprüche des Tierschutzes seien bereits in den allgemeinen Grundsätzen „deutscher Waidgerechtigkeit“ enthalten. Papier ist geduldig – die Praxis sieht anders aus: Schuß … und tot! Das trifft in vielen Fällen nicht zu. Unter anderem haben Untersuchungen in Großbritannien dies gezeigt. Hier wurde die Treffsicherheit von Jägern auf sich bewegende Papiersilhouetten eines Fuchses untersucht. Anhand der Lage der Einschußlöcher und der errechneten Eindringtiefe der Geschosse wurde abgeleitet, daß unter normalen Geländebedingungen jeder zweite Fuchs durch eine Schußverletzung lediglich verwundet worden wäre.
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) berichtet von Untersuchungen, wonach nach Treibjagden zwei Drittel der Wildschweine nicht sofort tödliche Schüsse aufweisen: im Rücken, im Bauch oder an den Beinen.  Bei Rehen wiesen ca. 60 % der weiblichen Tiere Bauchschüsse auf. Bei der Wasservogeljagd wird häufig mit Schrot in die Vogelschwärme geschossen. Zahlreiche Tiere werden lediglich „angebleit“ und verenden häufig unbemerkt an ihren Verletzungen (siehe auch Foto in unserem Bericht vom 22.8.2016, www.animal-spirit.at/news/betrifft-sinnlosigkeit-der-jagd).
Das sind nur einige wenige Beispiel von „waidgerechter Tierquälerei“, hier noch weitere:
die Haltung von Füchsen in nicht artgerechten Zwingern; die Ausbildung von Jagdhunden mit gefangenen Füchsen; die Baujagd, bei der scharfe Bauhunde sich für beide Seiten blutige Kämpfe mit Füchsen und Dachsen liefern; die Ausbildung von Jagdhunden auf der Hasenspur oder an der lebenden Ente; das Töten von für die Aufzucht erforderlichen Fuchsrüden während der Paarungszeit; das Hetzen von Wild durch nicht unter Kontrolle befindliche Hunde; die Beunruhigung von Wildtieren während der Wintermonate; die Fallenjagd, das Aussetzen von gezüchteten Tieren zum Zwecke der Jagd u.v.m.

Fakten gegen die Jagd: Es wird Zeit für eine Natur ohne Jagd!

Die wenigsten Menschen wollen es wahrhaben, und doch ist es in deutschen Wäldern blutige Realität: 320.000 Jäger bringen alleine in Deutschland jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere ums Leben (Anm.: in Österreich waren es im letzten Jagdjahr offiziell sogar 771.000 „Stück“ – bei einem Zehntel der Einwohnerzahl -, 7,2% mehr als im Jahr davor, ermordet von insgesamt 123.000 „Jagdkartenbesitzern“).  5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.
Von einem »schnellen Tod« kann dabei in vielen Fällen nicht die Rede sein: Rehe und Wildschweine werden oft nur angeschossen, wobei »Expansionsgeschosse« aus den schwer verwundeten, flüchtenden Tieren Blut und Darminhalte als »Pirschzeichen« herausschlagen. Die »Nachsuche« dauert oft Stunden oder Tage, das Tier verendet unter grausamsten Qualen. Fallen bereiten Füchsen und Mardern, aber auch Hunden und Katzen einen oft tagelangen Todeskampf – oder hinterlassen Krüppel, z.B. Füchse oder Katzen mit abgeschlagenem Bein. Die ganzjährige Fuchsjagd führt zwangsläufig dazu, daß in den Monaten Mai und Juni unzählige junge Füchse im Bau verhungern und verdursten, weil die säugende Fähe erschossen wurde. Opfer der Waidmannslust sind aber auch jährlich einige Hunderttausend Haustiere wie Hunde und Katzen – durch Fallen oder Schrotschuß. Katzen sind beliebte Köder zum Anlocken von Füchsen.
Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

 .

.

Hier noch eine Geschichte von Maria D.

Betrifft: Sinnlosigkeit der Jagd!

22.08.2016
.
Grausame Jagd: abgeschossener Vorderlauf
.
Unser Mitglied Maria D. aus Niederösterreich schreibt uns: „Eigentlich fehlen einem ohnehin die Worte bei den Vorkommnissen in Wald und Flur. Ich schicke euch Bilder von einem jungen Rehbock, der heute morgen bei uns auf der Pferdeweide gelegen ist und mich und meine Pferde mit traurigen hoffnungslosen Augen anschaute. Der herbeigerufene Jäger hat ihn totgeschossen und erst dann wurde das ganze Elend deutlich: der linke Vorderfuß wurde dem armen Tier vor einiger Zeit schlichtweg abgeschossen, sah aber gut verheilt aus und gestern Abend hat wahrscheinlich derselbe „Heger und Jäger“ einen weiteren Fehlschuß gemacht und ihm auch noch den Hinterlauf zertrümmert.
Der Ortsjäger hat uns dann dahingehend informiert, daß nicht nur dieses arme Kerlchen seit einiger Zeit dreibeinig dahinvegetieren mußte, sondern ebenso ein alter größerer Bock und ein Kitz, denen ebenfalls ein Vorderlauf fehlt, also abgeschossen wurde; das habe er mit der Nachtkamera gesehen!

Haben diese Grünröcke und selbsternannten „Heger“ wirklich noch immer Narrenfreiheit in unserer Natur? Gerade der hier infrage kommende Grünrockträger scheint häufig danebenzuschießen, weil meist mindestens zwei Schüsse nacheinander aufhorchen lassen, wenn der wieder am Jagen ist. Sie schießen ja jetzt im Herbst ganz nahe an den Ortschaften, weil dort die Felder abgeerntet worden sind und die Tiere ahnungs- und wehrlos drüberwechseln. Ich frage mich oft: wie oft knallen die eigentlich auf so ein liebevolles zartes Lebewesen? Und wie verroht und widerwärtig muß man als „Mensch“ sein, um einem Tier solch ein Leid mutwillig und aus purer Lust am Töten zuzufügen? Meines Erachtens gehört so einem Schießteufel sofort die Jagdkarte entzogen und nicht nur das – wo bleiben wirksame Tierschutzgesetze, die endlich auch die Jagd miteinschließen? Aber das wissen unsere (Landes-)Politiker tunlichst zu verhindern, weil ein Gutteil davon – egal welcher Parteifarbe – selber der Mordlust fröhnt.“

Mit freundlichen Grüßen, Maria D.

https://www.animal-spirit.at/news/betrifft-sinnlosigkeit-der-jagd

.

Gruß Hubert

Dienstag, 18. Oktober 2016

Trauer um den Bären, der auf zwei Beinen lief

.

Ich frage mich was das für Menschen sind in den USA. Gut, verachtenswerte Jäger gibt es bei uns auch. Aber ich glaube nicht, dass es sich bei uns in Europa ein Jäger leisten könnte damit zu prahlen so einen außergewöhnlichen Bären, der immer auf zwei Beinen wie ein Mensch ging, mit Pfeil und Bogen erschossen zu haben. Wohlgemerkt, mit Pfeil und Bogen! Spinnen die total die Amis?? Das ist ja noch viel grausamer als mit einer Kugel erschossen zu werden. In einer Woche wurden 487 Bären mit Pfeil und Bogen getötet. Welche Sadisten es da in den USA gibt… Arme perverse und kranke Amis! Kein Wunder dass es da Kandidaten wie Trump gibt.
Die einzig gerechte Strafe, die es gäbe wäre jeden einzelnen dieser Jäger auch mit Pfeil und Bogen zu erlegen (erlegen sage ich bei diesen Jägern, nicht bei Tieren).

.

Trauer um den Bären, der auf zwei Beinen lief

„Der Jäger prahlte damit, dass ihn sein Pfeil durchbohrte“

 .
.

Er war der berühmteste Schwarzbär der Welt: „Pedals“ lief auf zwei Beinen umher. Er hatte eine riesige Fangemeinde. Das traurige Ende seiner Geschichte geht mit einem furchtbaren Verdacht einher.

In den Vororten des Großraums New York sind Sichtungen von Amerikanischen Schwarzbären keine Seltenheit. Immer wieder verlassen die bis zu hundert Kilogramm schweren Tiere die Wälder im Umland und suchen in den Mülltonnen der Siedlungen nach Nahrung. Menschen gehen die Raubtiere auf ihren Streifzügen meistens aus dem Weg: In New Jersey wurde zum Beispiel seit der Gründung des US-Bundesstaates nur eine tödliche Attacke durch einen Schwarzbären registriert.

 

Eines der Tiere hat es in der Region sogar zum Status einer Legende geschafft. Denn „Pedals“, wie er von seinen Fans getauft wurde, lief nicht auf allen Vieren durch die Vororte, sondern aufrecht, auf den Hinterbeinen.

Seit 2014 dokumentierten die Bewohner der Siedlung Rockaway Township, rund 60 Kilometer nordwestlich des Hudson Rivers, immer wieder die Besuche des Bären auf Fotos und Videos. Viele, denen Pedals über den Weg lief, hielten ihn zunächst für einen Menschen in einem Bärenköstum.

Warum der Schwarzbär aufrecht lief, ist nicht bekannt. Fachleute vermuteten, dass er entweder aufgrund einer Verletzung seine Vorderpfoten nicht mehr benutzen konnte, oder dass diese von Geburt an fehlgebildet waren, schreibt die „New York Times“.

 

Seine beinahe menschliche Fortbewegungsart verschaffte dem Tier eine große Fangemeinde. Einer Pedals gewidmeten Facebook-Gruppe traten mehr als 21.000 Nutzer bei, über 300.000 Menschen unterstützten eine Petition, die eine Unterbringung des Bären in einem Nationalpark forderte.

 

„Seine wundervolle Seele verließ seinen Körper“

Doch diese Bemühungen kommen zu spät. Wie einer der Administratoren der Facebook-Gruppe berichtet, wurde Pedals in der vergangenen Woche offenbar von einem Jäger mit Pfeil und Bogen erlegt. „Pedals hat nun seinen Frieden gefunden“, heißt es in dem Beitrag. „Seine wundervolle Seele verließ seinen Körper, als er getötet wurde.“

In Pedals Fangemeinde löste die Todesmeldung große Bestürzung aus. Tausende teilten den Facebook-Beitrag, viele widmeten ihm Posts bei Twitter. Verstärkt wurde die Trauer durch den Umstand, dass das Tier wahrscheinlich der ersten offiziell erlaubten Schwarzbären-Jagd seit den 1960er-Jahren zum Opfer fiel.

 


Normalerweise ist das Töten von Schwarzbären in New Jersey verboten.  

Doch von Montag bis Freitag der vergangenen Woche erlaubten die Behörden ausnahmsweise die Jagd mit Pfeil und Bogen. Denn seit dreißig Jahren nimmt die Zahl der Tiere im am dichtesten besiedelten Staat der USA beständig zu. 487 (!!) Bären wurden nun innerhalb von fünf Tagen erlegt.


Ob Pedals tatsächlich darunter war, wollte die Umweltschutzbehörde des Staates bisher nicht bestätigen. Man werde den Meldungen aber nachgehen und die bei den offiziellen Stellen abgelieferten Bärenkadaver untersuchen, sagte ein Sprecher.

Für Pedals Fans besteht jedoch kein Zweifel: Ihr geliebter Schwarzbär ist tot. Mehrere Jäger hätten bestätigt, dass er zu einer Jagdstation gebracht worden sei, heißt es in der Todesmeldung auf Facebook. „Der Jäger, der ihn seit drei Jahren töten wollte, prahlte damit, dass ihn sein Pfeil durchbohrt hat“, schreibt der Moderator der Gruppe.


Trauer um den Bären, der auf zwei Beinen lief

.

Gruß Hubert

 

Donnerstag, 5. Februar 2015

Schwein Albert

.
Ich möchte hier die Geschichte von Schwein Albert erzählen. Es berührt einem ja viel mehr wenn man konkret die Geschichte eines einzelnen Tieres oder Menschen kennt als wenn die Ereignisse in der Masse der Anonymität und somit oft im Verdrängtwerden untergehen. Das traurige an der Geschichte its ja, dass das der Alltag von Schweinen ist.

Tier des Monats: Schwein Albert

 

Albert Portrait
Ich bin Albert, ein Schwein in einer niederösterreichischen Tierfabrik.
Schweine
Bereits nach 4 Wochen wurden meine Geschwister und ich von unserer Mutter getrennt.

Seitdem lebe ich mit 9 anderen Schweinen in einer engen und dreckigen Bucht.
Spritze
Durch die Enge und den Schmutz werden viele von uns krank. Sie werden dann mit Medikamenten behandelt oder sterben im schlimmsten Fall.
Wiese
Seit ich ein kleines Baby bin, wünsche ich mir mal eine saftige Wiese zu sehen!
Freiheit
Ebenso wünsche ich mir Freiheit für mich, meine Geschwister und meine Mutter.
Schlamm
Im Schlamm zu suhlen und die Sonne auf der Haut zu spüren wird wohl ein ewiger Traum bleiben...


Ein junges Schwein berichtet über sein Leben in der Tierfabrik...



Mein Name ist Albert, ich bin ein Schwein und lebe in einer Tierfabrik mit etwa 800 anderen Schweinen. Mir wurde gesagt, dass diese Halle, in der wir alle leben in Niederösterreich steht. Ich weiß überhaupt nicht, wie es draußen aussieht. Nur als ich brutal vom Transporter gestoßen wurde, der mich hierher gebracht hat, hab ich ein etwas von der Umgebung gesehen, aber genießen konnte ich es nicht. Ich wurde sehr schnell hinein geschickt und gleich mit einigen anderen in eine Bucht getrieben.
Eigentlich nennen mich nur die 9 Schweine um mich herum Albert. Zu den restlichen 791 hab ich leider kaum Kontakt, ich kann sie schreien hören und rieche sie. Der Mensch, der manchmal bei uns vorbeikommt, hat mich noch nie beim Namen genannt. Bei den Menschen bin ich nur eine Nummer.

Wie´s mir so geht?


Naja, von einem echten Schweineleben, wie ich es mir wünschen würde, kann ich nur träumen. Kein Schlamm zum Baden, keine Bäume zum Scheuern, keine Erde zum Wühlen, keine Sonne, die mir auf den Rücken scheint, kein Platz zum Herumlaufen und Spielen. Nichts davon ist hier möglich, denn ich stehe auf einem harten Spaltenboden und habe nicht einmal 1m² Platz. Das Einzige, was wir den ganzen Tag machen können, ist essen und schlafen. Das ist ziemlich langweilig, denn wir alle sind sehr neugierige Tiere. Wenn ich müde bin und schlafen möchte, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich auf den harten Boden in meine eigenen Ausscheidungen und auch in die Ausscheidungen meiner Buchtenkollegen zu legen.

Als wir hier hergekommen sind, hat es schon gestunken, aber mittlerweile bin ich seit etwa 4 Monaten da, und es ist wirklich unerträglich. Unsere Nase ist ein spitzen Sinnesorgan, umso schlimmer ist der entsetzliche Gestank und das Brennen in den Augen. Das verursacht der Ammoniak und der kommt aus den Exkrementen im Güllekanal, den man sehen kann, wenn man genau durch die Spalten im Boden blickt. Auch die Spalten selbst, auf denen wir stehen und schlafen, sind mittlerweile kotverschmiert. Einem meiner Kollegen ist ein Stück Darm aus seinem Popo gerutscht und andere haben aus lauter Langeweile, und weil sie schon vor Gestank und Schmerzen am Durchdrehen waren, darauf herumgekaut. Der Bauer hat dann meinen kranken Kollegen einfach auf den Gang zwischen den Buchten gelegt, bis er gestorben ist.

So schwer verletzt bin ich zwar nicht, aber an meinen Gelenken sind Schwielen, die langsam sehr schmerzhaft werden. Wenn ich an schmerzhaft denke, fallen mir einige schreckliche Momente meines Lebens ein.
Meine Mutter war in ein Gitter gesperrt, wodurch sie sich nicht wirklich um uns Babys kümmern konnte. Dieses Gitter wird auch Abferkelgitter oder Kastenstand genannt. Ein wirkliches Kuscheln, Schmusen und Abschlecken von meiner Mutter war dadurch nicht möglich. Ein Busserl hab ich nur bekommen, wenn ich vorne bei der Nase meiner Mama vorbeimarschiert bin. Meine Mama hat sich immer entschuldigt, dass sie sich nicht um uns Babys kümmern konnte und auch kein bequemes Nest bauen konnte, aber die Menschen haben sie in diesen Kastenstand gesperrt. Sie konnte sich nicht einmal umdrehen! Mama hat gesagt, dass sie schon einen Großteil ihres Lebens so eingesperrt ist und, dass es vielen Mutterschweinen so ergeht. Die Trennung von meiner Mutter war schon sehr früh, ich war circa 4 Wochen alt. Ich war sehr traurig und verstört. Auf einem LKW ging dann meine Reise weiter in diese Masthalle hier.

Der für mich sicherlich qualvollste Moment in meinem Leben war, als ich noch bei meiner Mutter lebte. Ich war noch nicht einmal eine Woche alt, als der Bauer mich von meiner Mutter wegnahm. Ich hatte große Angst, ich wusste nicht, was vor sich ging. Dann hat mich der Bauer sehr fest gehalten, richtig fixiert in seinen Händen. Ich konnte nicht aus, ich wollte weg, hatte aber keine Chance. Vor lauter Angst hab ich geschrien, doch dann spürte ich auf einmal einen furchtbaren Schmerz bei meinen Hoden. Der Bauer hat mir mit einem Skalpell zwei Schnitte zugefügt. Das hat so weh getan, es war unfassbar. 

Vor lauter Schmerzen hab ich geschrien so laut ich konnte und dann kam gleich die nächste furchtbare Qual. Ein starkes Ziehen war zu spüren, gefolgt von einem weiteren Schnitt. Mir wurden meine Samenstränge durchtrennt. Ich wurde kastriert. Ich hab verzweifelt geschrien, versuchte mich zu wehren. Ich war verstört, geschockt und hatte unvorstellbare Schmerzen, die ich noch Tage später spüren konnte.
Meine Mutter hat gesagt, dass alle männlichen Ferkel kastriert werden, weil sie dann besser schmecken. Ja wirklich, schmecken hat sie gesagt. Denn Schweine werden nur gezüchtet, um getötet und gegessen zu werden. Kann das jemand verstehen? - Und mit diesem Wissen muss ich jetzt leben. Ich weiß nicht wie lange noch, eine Woche, einen Tag, ein paar Stunden? Jeden Tag lebe ich voller Angst, dass das mein letzter ist und ich weggebracht werde. Auf den Schlachthof. Ich habe kein schönes Leben – aber sterben? Das will ich auch nicht.

http://vgt.at/presse/news/2015/news20150129es.php


Gruß Hubert

Montag, 15. Dezember 2014

Grausame Tierversuche in Tübingen an Affen

Demo: Am 20.12.2014 werden Tierversuchsgegner das MPI in Tübingen umstellen
Ich kann mich nur dem Liedermacher Hans Söllner anschließen, der folgendes sagte: "Ich finde es geradezu ekelerregend und schamlos, dass es in der heutigen Zeit so etwas noch gibt. Tiermörder und Lebewesenvernichter dürfen sich Ärzte und Forscher nennen und unter dem Deckmantel von Gesundheit und Forschung Millionenfach Leben vernichten.Und nicht nur das, sie dürfen quälen und verstümmeln, verbrennen und ohne Grund Schmerzen zu fügen."
Hier nur eines der grausamen Bilder, bei denen man kaum hinschauen kann.
 

 
Bisher unbekannte Bilder von schrecklich verstümmelten Affen aufgetaucht.
Die Demonstration ist die Dritte einer Serie der gößten Anti-Tierversuchsdemonstrationen in Deutschland, die nach der Veröffentlichung einer 6 monatigen undercover Recherche am Max-Planck-Institut Tübingen begann. Die undercover Recherche hatte grausame und rechtswidrige Zustände aufgedeckt. Nun sind neue Bilder aufgetaucht, die noch schlimmere Zustände zeigen.

Die Bilderserie mit zugeordneten Namen von Affen, die laut unseren Recherchen am MPI in Tübingen benutzt wurden, ist entsetzlich. Die Eingriffe an den Tieren sind massiv, die Bilder kaum zu ertragen. Welchen Sinn haben diese Versuche? Welche Ergebnisse hat das Implantieren von VIER Zugängen in den Kopf des Affen Dino erbracht? Wie konnten die Behörden solche schwerstwiegenden Eingriffe genehmigen? Auch die Schädel der Affen Grisu und Heini sind großflächig mit Apparaturen verstümmelt. Die Bilder dieser und vieler anderer Affen aus den durchgesickerten Fotos zeigen, dass die schlimmen Zustände am MPI kein Einzelfall sind. SOKO Tierschutz hat sowohl an das MPI als auch an das Regierungspräsidium einen Fragebogen zu den neu aufgetauchten Bildern gerichtet.

Am 20.12.2014 findet die dritte Großdemo gegen Tierversuche in Tübingen statt. SOKO Tierschutz erwartet etwa 1000 Tierversuchsgegner. Die Demo beginnt an der Neuen Aula und wird als Demomarsch bis zum MPI geführt. Dort werden wir Hand in Hand den Ort des Grauens umstellen und jeder Teilnehmer wird ein Licht für die getöteten und noch leidenden Versuchstiere entzünden, so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz. Anschließend werden Tierversuchsgegner noch bis zum nächsten Morgen ausharren und eine Mahnwache vor dem Labor abhalten.
SOKO Tierschutz fordert eine sofortige Einstellung der illegalen Forschung am MPI und die Rettung der Affen aus dem Labor. Eine Einrichtung, die selbst nach 30 Jahren Forschung keine ernsthaften Durchbrüche aus eigener Hand vorweisen kann und systematisch Tiere quält, hat ihre steuerfinanzierte Daseinsberechtigung verloren und muss geschlossen werden.

http://tierschutznews.ch/aktiv-werden/events/5521-demo-20-12-2014-werden-tierversuchsgegner-das-mpi-in-tuebingen-umstellen.html


------------

 

Der bekannte deutsche Liedermacher Hans Söllner unterstützt unseren Protest gegen die grausame Forschung am MPI in Tübingen und hat den Mut, das öffentlich auszusprechen, was viele von uns denken.
Wahre Worte. Großen Dank an Hans Söllner für diese wichtige Botschaft.

-----------------------------------------------

"Gegen Tierversuche am Max Planck Institut in Tübingen.

Ich finde es geradezu ekelerregend und schamlos, dass es in der heutigen Zeit so etwas noch gibt. Tiermörder und Lebewesenvernichter dürfen sich Ärzte und Forscher nennen und unter dem Deckmantel von Gesundheit und Forschung Millionenfach Leben vernichten.

Und nicht nur das, sie dürfen quälen und verstümmeln, verbrennen und ohne Grund Schmerzen zu fügen.

Ich bedanke mich für den Mut und die Kraft bei all denen, die sich für dieses Leben und diese Mitbewohner auf unserer Erde einsetzen. Wenn wir es nicht mehr anders schaffen auf dieser Welt zu überleben, ohne Tierversuche, ohne Quälerei und Massenmorde in Schlachthöfen und Tierversuchsanstalten, dann sollten wir nicht über Demokratie und Freiheit reden, denn die Freiheit und die Demokratie aller Lebewesen auf dieser Erde sollte ein Inbegriff unseres eigenen Daseins werden.

Ich kann leider nicht vor Ort sein aber ich schicke euch meine ganze Kraft und Sympathie und die meiner Familie und unserer Haustiere für euren Mut dagegen zu sein. Ich wünsche euch 100000 Menschen bei euren Aktionen und dass die, gegen die sich euer Protest richtet, endlich erkennen dass Artgerecht nur die Freiheit ist.
Hans Söllner"
OPERATION: QUARANTÄNE - Trailer // SOKO Tierschutz e.V.





http://youtu.be/xGJd9_pYJRc

http://www.soko-tierschutz.org/de/news/321-hans-s%C3%B6llner-unterst%C3%BCtzt-protest.html



Gruß Hubert

Donnerstag, 18. April 2013

Das schwärzeste aller Verbrechen - Teil 2

Das schwärzeste aller Verbrechen - Teil 2

Christen gegen die Kreatur 


Von Karlheinz Deschner - 2. Teil
Und heute? Klipp und klar erklärt 1993 der "Katechismus der Katholischen Kirche": "Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig ...".
Ja, hält dieser katholische Katechismus nicht weiter Tür und Tor offen für jede Scheußlichkeit gegenüber einer ganz und gar wehrlosen, ganz und gar schuldlosen, aber ganz und gar versklavten Kreatur? Gegenüber Geschöpfen, die oft in ihrem Erleben, Fühlen, wie Genetik, Biologie, Verhaltensforschung, wie ja auch alltägliche Erfahrungen zeigen, uns in vielem sehr ähnlich, uns nicht selten inniger, treuer zugetan sind selbst als menschliche Freunde? 

Doch fort und fort darf das animal rationale mit (nicht nur) katholischem Plazet Leichen genießen; fort und fort darf es weiter sich vollstopfen mit Fleisch und Fisch bis zum Rande seines Fassungsvermögens, wofür Jahr um Jahr Milliarden "Mitgeschöpfe" verröcheln müssen, weit mehr als die Hälfte unbetäubt; ist ja auch nach den EKD-"Texten" 41, 1991, das "Gewaltverhältnis" zwischen Mensch und Tier "grundsätzlich unaufhebbar". Und weiter darf der Mensch, laut "Weltkatechismus", sich geschäftlich der Tiere bedienen. Und wie bedient er sich? Indem er Robbenbabys vor den Augen ihrer Mütter zu Tode knüttelt. Indem er Karakullämmer gleichsam pränatal aus dem Mutterleib prügelt. Indem er in den Ferkel-, den Hühnerbatterien, den Mastboxen und Dunkelställen die ihm rettungslos, ihm wie Sachen, nein, wie Dreck Ausgelieferten derart zusammenpfercht, daß sie in ihrer Not einander Schwänze und Ohren abbeißen oder die eigenen Jungen fressen.
Und seit dem 11. Dezember 1996 erlaubt unsere christliche Regierung das Halten von noch mehr Tieren als bisher "pro Anlage ohne Genehmigung" - beinah dreimal soviel! Man bedient sich der ohnmächtigen Kreatur, der "Mitgeschöpfe", indem man ungezählte Kälbchen auf qualvollstem Transport ihren Schlächtern lebend, sterbend, schon krepiert, zukarrt, um die "Frühvermarktungs-", die "Herodes-Prämie" zu kassieren, ein Schimpf- und Schandgeld sondergleichen!
Das Monster der Schöpfung darf Tiere zum Amüsement gebrauchen. Und wie gebraucht es sie? Indem es Enten, Gänsen, Hühnern um die Wette die Köpfe abreißt. Indem es beim "Steer Busting" Tiere mit dem Lasso an den Hinterläufen fängt und herumschleift, bis sie sterben. Indem es Stieren, vor ihrem Todeskampf in der Arena, die Nase mit Watte verstopft, die Augen mit Vaseline verkleistert. Indem es an gewissen Heiligenfesten in Spanien mit pfarrherrlichem Beistand Ziegen und ihre Jungen lebend vom Kirchturm stürzt.
Und natürlich darf der Mensch auch künftig seine "Mitgeschöpfe" kaum vorstellbar gräßlich zu Tode schinden. Zwar sollen, einigen Fachleuten zufolge, Tierversuche für die Medizin wissenschaftlich wertlos sein - doch auch andernfalls wäre ich ausnahmslos dagegen.

Ihr Wert für die Wirtschaft aber ist unbestritten. Für den Vatikan, beteiligt an Pharmafirmen, ist diese fürchterlichste Tortur der Welt, diese gesammelte immerwährende Grausamkeit bis zum Tod, "sittlich zulässig". Auch und gerade für seine Heiligkeit Johannes Paul II. können Tiere "natürlich ... Gegenstand (!) von Experimenten sein", wie er am 23. Oktober 1982 verlauten ließ - von Experimenten, die der Hindu Ghandi "das schwärzeste aller Verbrechen" nennt. (Diesem Verbrechen fielen 1989 allein in Deutschland - nach einem allerdings sehr unvollständigen Regierungsbericht - 2,64 Millionen Tiere zum Opfer.)

Freilich, wie sollte die Gemeinschaft der Heiligen (und Scheinheiligen), wie sollte eine monopolistische Marktform im Mantel der Religion, die jahrhundertelang auch "Ebenbilder Gottes" unbarmherzig peinvoll-böse mund- und mausetot machte, deren phänomenalster Werbeautor Augustin, angeblich "umflossen vom milden Glanze unbegrenzter Güte" (Martin Grabmann), in Wirklichkeit Urvater aller mittelalterlichen Henkersknechte, schon um 400 sogar das Foltern - selbst von (schismatischen) Christen - nicht nur eine Bagatelle im Vergleich zur Hölle nennen, sondern geradezu als "Kur" (emendatio) heils- und inquisitionsgeschichtlich etablieren konnte,
wie sollte eine Kirche, die unmittelbare und mittelbare Mörderin von Hunderten von Millionen schuldloser Menschen, tierisches Leben nicht nur verbal, nicht nur sub specie momenti, und sei es mit noch so sonorer Phraseologie in Sonntagsreden, Tiergottesdiensten, durch Tieresegnen, Weihwasserbespritzen et cetera, sondern tatsächlich schützen? Wie sollte sie Tieren eine Seele zugestehen, die sie, beim Rauben fremder Länder, noch Menschen anderer Rasse und Lebensart absprach?
[...]
Immerhin gibt es Gottesdiener, beschämend wenige, die nicht bloß moderat für die "unbeweinte Kreatur" streiten (Joseph Bernhart), sondern die auch den "Verrat der Kirchen an den Tieren" geißeln (Carl Anders Skriver), dabei aber das Christentum rechtfertigen, reinwaschen wollen oder, wie der sicher meritenreiche Oxforder Theologe und Tierethiker Andrew Linzey, wenigstens den "Geist des Evangeliums", das doch ohne jeden bestimmten Anhalt dafür ist.

Nirgends lehrt Jesus: Schützt die Tiere - er tötet zweitausend. Mit Vorliebe sucht man heute das Alte Testament zu salvieren. Ungeachtet dutzendweiser wutschäumender Ausrottungsdirektiven seines Götzen betont man die angebliche Achtung der "Schrift" vor dem Leben, ihr altes Schöpfungswissen, die Schöpfungsgemeinschaft von Mensch und Tier et cetera - nichts als vages, sich auch schnell in Widersprüche verhaspelndes Gestammel oder glatte Heuchelei.
In aller Regel nämlich ist aus der Bibel ganz klar das Gegenteil herauszulesen und deshalb auch ganz klar das Gegenteil hervorgegangen.
Und zu dem Auftrag, der ihr so fatal voransteht und unserer Historie geradezu posaunenhaft präludiert, gehört nun einmal untrennbar der Nachhall, die Wirkung. Wie erbärmlich jedoch, die Wurzeln des Unheils im Alten Testament, im Christentum zu ignorieren und die Schuld dafür besonders und immer wieder auf das entchristlichte (gewiß nicht zu entlastende, hemmungslos entfesselte, nichts als profitgeile) Wirtschaftssystem der Moderne zu schieben (vgl. etwa die "Arbeitshilfen" 113, 1993, S. 7 f., des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz).

Denn wie Hitlers Tötung der Juden die terrible Konsequenz ihrer fast zweitausendjährigen blutrünstigen Verfolgung durch die Kirchen ist, so ist die jeder Beschreibung spottende moderne Vermarktung des Tieres nicht als die technisch forcierte und perfektionierte Fortsetzung eines nie abreißenden Massenmordes durch alle christlichen Zeiten, das Resultat letztlich des Anfangsschreis: "Machet sie euch untertan" - das umfassendste Unterjochungs- und Todesverdikt der Geschichte, infernalischer Auftakt der Deformierung eines Sterns zum Schlachthaus.
Seit zwei Jahrtausenden brüstet sich die Christenheit, das Tieropfer von Anfang an abgeschafftzu haben; stimmt. Und doch hat sie mehr Tiere geopfert als jede andere Religion - nur nicht mehr Gott, sondern dem eigenen Bauch.
Karlheinz Deschner ist Deutschlands schärfster Religions- und Kirchenkritiker. Bekannt ist vor allem sein auf zehn Bände angelegtes Hauptwerk »Kriminalgeschichte des Christentums«.
Quelle: »Die Zeit«, 22.8.1997, S.40


Das schwärzeste Verbrechen

Wenn man das alles liest und die Einstellung der Kirche zu Tieren und Frauen sieht (aber auch noch zu vielen anderen Dingen), sie auf das Übelste verleumdet und beleidigt, kann es für einen vernünftigen und konsequenten Mensch nur heißen: Raus aus der Kirche. Das ist auch ein Akt der Selbstachtung und der Redlichkeit. Ich brauche wohl nicht zu betonen, dass ich da schon seit Jahrzehnten raus bin. Ich wünsche Karlheinz Deschner (geboren 1924) noch ein langes Leben.

Gruß Hubert

Das schwärzeste aller Verbrechen - Teil 1

Das schwärzeste aller Verbrechen - Teil 1

Christen gegen die Kreatur


Ich bringe hier ein paar Ausschnitte aus einem Aufsatz von Karlheinz Deschner. Wenn man liest welche Ungeheuerlichkeiten in den "heiligen" Büchern der Christen stehen, dann muss man sich fragen wie Christen da noch Christen bleiben können? Wie will eine Religion das Gute lehren wenn sie Mitgeschöpfe, also Tiere, auf das übelste verleumdet und bei größten Grausamkeiten ihnen gegenüber nicht das geringste Mitleid aufbringt. Was soll eine Religion, der das Mitleid gegenüber Tieren fehlt? So wie die christliche Religion Tiere behandelt müsste man meinen sie seien Teufels Geschöpfe. Man kann bei diesen Aussagen von Paulus, Kirchenlehrern, Päpsten, Bischöfen usw. nur von Boshaftigkeit, Grausamkeit und Sadismus reden. Niemand kann und soll mir erzählen, dass Menschen die mit Tieren so abgrundtief boshaft sind, gut zu Menschen sein können, das Beste für sie wollen. Mir fehlt jedes Verständnis für Christen, die Tiere wirklich lieben, und zwar alle, in so einer Kirche bleiben können.
Hier nun Karlheinz Deschner in Auszügen.
Biblischer Tierschutz? Archaischer Respekt vor dem nichtmenschlichen Leben? Der nackte Egoismus einer Viehzüchterreligion! Da sind sich, wie in so vielen Greueln - doch im krassen Kontrast zum Monismus der alten Asiaten, Indianer -, die monotheistischen Gottesanbeter einig: "Allah ist's, der für euch das Vieh macht", rühmt der Koran. "Die einen Tiere sind zum Reiten da, die anderen zum Essen. Und ihr habt den Nutzen davon" (40,79 f.).
Wie wahr - wenn Sie sich gütigst mit Theodor Lessing erinnern, warum denn der Hirte, auch und gerade der "gute Hirte", seine Herde hegt? Erstens damit er sie scheren kann, zweitens damit er sie fressen kann.
Oh, wir kennen diese Nase! Riecht sie nicht Blut noch immer gern?
Und gleich darauf dröhnt es abermals: "Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel ... und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, sei eure Speise ...". Und bloß ein Blättchen weiter nach dieser furiosen Freßanweisung, da beehrt Herr Nimrod die Schöpfungsordnung - "und war ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN": biblischer Aufgang des open air bestivals. Hier ist sie, die hehre Herren-, Heger-, Pflegerlüge, das Halali, das die Kreatur in den Kochtopf jagt - indes für die EKD ("Texte" 41, 1991): "ethisch vertretbar".

Da die Fressenden, dort jene, die froh sein können, daß man sie frißt.

 Las ich doch erst unlängst vom Dogmatikkolleg eines "heute berühmten deutschen Bischofs", der im Rahmen der Schöpfungslehre erklärte, es könne ja "dem Fisch und dem Hasen gar nichts Besseres passieren, als vom Menschen gegessen zu werden, denn dies entspreche der Rangmäßigkeit der Schöpfungsordnung" - und wurde von fünfhundert Hörern, sicher gut christlichen, "mit wohlgefälligern Lachen" belohnt (in: H.F.Kaplan, Hg., Warum ich Vegetarier bin. Prominente erzählen, 1995).
Nach 1. Kg. 8,62 f. schlachtete Salomo bei der Tempeleinweihung dem Herrn 22000 Rinder und 120000 Schafe, alles aus Respekt vor dem Schöpfer und der Schöpfung. Als Leckerbissen galten Rindfleisch, der Schwanz des Schafes und ganz junge Ziegen, während das schlichtere Volksmaul vor allem Fische verschlang. Pferde ließ David, der nichts ohne Gott tat, gern lähmen und liquidieren. Tiere, die einen Menschen tödlich verletzten, mußten gesteinigt, Tiere, mit denen man koitierte, gleichfalls kaputtgemacht werden.

Im Neuen Testament, in dem das Tier eine viel geringere Rolle spielt, ist ein Wort gleich des ersten Christen bezeichnend. Fragt Paulus doch: "Sorgt sich Gott etwa um die Ochsen? Oder redet er nicht allenthalben um unseretwillen?" Wie der Völkerverderber (Röm. 1,22 ff.) tiervergötternde Heiden ja auch "Narren" schmäht, weil sie "gedient dem Geschöpf statt dem Schöpfer".
Und Jesus vernichtet zwecks Heilung eines einzigen Menschen - eines der fulminantesten, von allen Synoptikern berichteten neutestamentlichen Strafmirakel - zweitausend Schweine. Wieder bestätigt sich das Wort der deutschen Oberhirten beider Konfessionen: "In den Zeichen und Wundern Jesu wird deutlich, zu welcher Herrlichkeit die Schöpfung berufen ist" - "und sie ersoffen im Meer".
  
Später setzen auch die Kirchenväter das Tier infam herab - wie die Frau, die das Juden-Christentum oft dem Tier annähert: 

Das 3. Buch Mose stellt die Frau den Haustieren gleich. Für den Kirchenlehrer Augustinus ist sie, wie das Tier, nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen (mulier non est facta ad imaginem Dei). Und nach Thomas von Aquin, der die Frauen noch selbstherrlicher, noch tiefer demütigt und gegen schädliche Tiere Exorzismen sowie Justizprozesse anrät, kennt das "animal brutum" nur Fraß und Koitus.


Mit wahrem Haßvergnügen werfen die größten katholischen Heiligen ihren Mitmenschen Tiernamen an den Kopf, bevorzugt andersgläubigen Christen: "Tiere in Menschengestalt", "Füchse", "Wölfe", "tolle Hunde", "schmutzige Schweine", "Schlachtvieh für die Hölle"; indes etwa Luther den Heiligen Vater "Krokodil" tituliert, "Drachen und Höllendrachen", "Bestie der Erde", "Papstesel", "Papstsau" usw. (Ist ja auch die Frau für Luther "ein Kind", "ein halbes Kind", "ein Toll Thier".)

Und im Alten Testament verführt die Schlange die Frau, die ihrerseits wieder den Mann betört, worauf die Kirche durch zwei Jahrtausende das Weib mit Eifer und Geifer verunglimpft, benachteiligt und die Schlange wie kaum ein anderes Tier verteufelt: Inbegriff der Sünde nun, Staubfresserin, nicht mehr Wiedergeburt verheißend, sondern Tod; die Jungfer Marie, die reine, zertritt ihr den Kopf.
Wer kennt nicht in romanischen, in gotischen Christentempeln all die Greuelkreaturen, die zerquälten Tiergesichter, von irgendwelchen Heiligen zertreten. An Portalen, Tympana, an Kapitellen mutiert das Tier zur Bestie: Raben, Hunde, Hasen, Kröten, Esel, Löwen, Wölfe, Widder, Drachen, samt und sonders Satansbiester, Teufelsfratzen; womit implizit stets auch der "Sünder", das "Tier in uns" getreten wird, die Sexualität. "Der Teufel", schreibt Friedrich Heer, wird da dem Volk präsentiert "als ein ,Vieh`, ein ,schweinisches Vieh`".

Zum puren Vergnügen marterten mittelalterliche Christen im Spiel vom Geflügel bis zu den Rindern alles zu Tode. Schweine wurden am Strang gesetzesgerecht hingerichtet, Hunde als Teufelsgehilfen gepeinigt und lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auch Katzen flogen am Johannistag in ganz Westeuropa fuhrenweise ins Feuer; in Metz veranstaltete man mit ihnen, unter klerikaler Patronanz, entsetzliche Autodafés bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts.

"Grausamkeit gegen Tiere", notiert Alexander von Humboldt, "kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen."
Aber bei wahrer Religion.

Nun gibt es Christen, die gern jenen, der dem Bruder Esel predigte, den Vögeln, als Alibi benutzen, Franz von Assisi, diese fast singuläre Lichtgestalt in all den finsteren Geschehnissen der Kirchengeschichte. Seine Beziehung aber zum Tier, wie halbherzig auch immer - er wandte sich bei eklatanten Roheitsakten "nicht gegen die Roheit selbst und erst recht nicht gegen die Rohlinge persönlich" (so der Bayreuther Soziologe Gotthard Teutsch) -, nahm die Kirche nie wirklich ernst; Papst Innozenz III. kommentierte, der Überlieferung zufolge, er solle doch den Schweinen predigen.

Und dreieinhalb Jahrhunderte später, 1567, verbot Pius V. - Inquisitor und heilig - durch die Bulle "De salute gregis" zwar Stierkämpfe "für ewige Zeiten", doch nicht, wie meist hingestellt, als Humanitätsakt gegenüber den Stieren und oft grauenhaft krepierenden Pferden, sondern nur, wie § 1 testiert, wegen der "häufigen Todesfälle von Menschen, Verstümmelungen menschlicher Glieder und Gefahr für das Seelenheil". Wieder dreihundert Jahre darauf Mitte des 19. Säkulums, untersagte Pius IX. die Eröffnung eines Tierschutzbüros in Rom; habe der Mensch doch, was Tiere betrifft, keinerlei Pflichten - und 1985 erfolgte der erste Schritt zu seiner Heiligsprechung kraft offizieller Anerkennung seiner "heroischen Tugend".
Seit zwei Jahrtausenden brüstet sich die Christenheit, das Tieropfer von Anfang an abgeschafftzu haben; stimmt.
  

Und doch hat sie mehr Tiere geopfert als jede andere Religion - nur nicht mehr Gott, sondern dem eigenen Bauch.


Karlheinz Deschner ist Deutschland schärfster Religions- und Kirchenkritiker. Bekannt ist vor allem sein auf zehn Bände angelegtes Hauptwerk »Kriminalgeschichte des Christentums«.
Quelle: »Die Zeit«, 22.8.1997, S.40

Dsa schwärzeste aller Verbrechen



Gruß Hubert

Interview mit Dr. med. vet. Corina Gericke

Interview mit Dr. med. vet. Corina Gericke

Ich habe gropen Respekt vor Corina Gericke. Sie setzt sich seit fast 25 Jahren gegen Tierversuche ein. Es ist ja eine Aufgabe, die sehr viel Kraft braucht und die Erfolge nicht so häufig sind und es eine mühsame Arbeit ist. Von diesem Einsatz ist ja kein Vorteil zu ziehen, im Gegenteil, eher wird da schon auch mal was aus eigener Tasche bezahlt. Auch von der Gesellschaft wird diese Arbeit nicht honoriert, höchstens von einem kleinem Kreis, wo das Problem bekannt ist und man sich über die moralische Verwerflichkeit von Tierversuchen Gedanken macht. Es wird noch lange dauern, bis sich das Bewusststein der Menschen ändert und sie die wahren Gründe für Tierversuche erkennen (rechtliche Absicherung, Geschäftemacherei, Renommee von "Forschern"...) Das sind ja mitteralterliche Methoden, die man seit fast hundert Jahren anwendet und einfach nur schlechte Wissenschaft sind. Es ist nicht so wie allgemein geglaubt wird, dass Tierversuche dem Fortschritt und der Gesundheit des Menschen dienen. Es wäre höchst an der Zeit alternative Methoden zu fördern und anzuwenden, die der heutigen Zeit entsprechen.
Auszug aus Wikipedia
"Corina Gericke ist Mitgründerin und jahrelanges Vorstandsmitglied von SATIS (Studentische Arbeitsgruppe gegen Tiermissbrauch im Studium). Da viele Menschen glauben, Tierversuche seien zwar nicht nett, aber zur Sicherung des Medizinischen Fortschritts erforderlich, setzt sie sich unter anderem dafür ein, dass in der Tierrechtsbewegung die Wissenschaftskritik in der Argumentation gegen Tierversuche stärker berücksichtigt wird."
Wikipedia - Corina Gericke

------------

Auszug
Interview mit Dr. med. vet. Corina Gericke, AgT
Dr. med. vet. Corina Gericke
«Um aus der Sackgasse herauszukommen, muss die Medizin neue Wege beschreiten»
AG STG: Wie sieht Ihr persönliches Verhältnis zu Tieren aus? Welche Rechte fordern Sie für Tiere?
Dr. Gericke: Ich respektiere jedes Tier als Individuum mit eigenen Bedürfnissen. Tieren muss das Recht auf Unversehrtheit und ein Leben, ihren arteigenen Bedürfnissen entsprechend, zugestanden werden. Ich lehne es ab, dass Tiere in irgendeiner Form von Menschen instrumentalisiert werden.
AG STG: Würden Sie bitte kurz Ihren persönlichen Weg zum Tierschutz beschreiben? Welche Beweggründe waren für Sie massgeblich?
Dr. Gericke: Ausschlaggebend waren für mich Fernsehberichte Ende der 70er-Jahre über Tierhaltung in der Landwirtschaft und über Tierversuche. Mir wurde bewusst, dass es nicht richtig ist, wie wir mit Tieren umgehen, und ich wollte dagegen etwas tun. Aber ich fühlte mich allein und wusste nicht, wie ich vorgehen sollte. Gleichgesinnte konnte ich zunächst nicht finden. 1984 lernte ich eine lokale Tierversuchsgegnergruppe kennen und seither trete ich aktiv gegen Tierversuche und für Tierrechte ein. Etwa zur gleichen Zeit wurde ich Vegetarierin und kurze Zeit später Veganerin.
AG STG: Woher nehmen Sie die Kraft, sich seit fast 25 Jahren für Tiere und gegen Tierversuche einzusetzen?
Im vergangenen Vierteljahrhundert konnte einiges für die Tiere erreicht werden, wenn auch wesentlich weniger als erhofft und oftmals gar durch Rückschritte gekennzeichnet. Ein gewisser Bewusstseinswandel in Öffentlichkeit und Politik ist aber unverkennbar. Die Kraft, für die Rechte der Tiere einzutreten und mein Scherflein dazu beizutragen, kommt dabei aus den Tiefen meines Herzens.
[...]
AG STG: Woran scheitert es, dass die Entwicklung und Einführung von tierversuchsfreien Testmethoden vom Staat endlich massiv gefördert wird?
Dr. Gericke: Ein grosses Problem ist das mangelnde Renommee der tierversuchsfreien Forschung. So werden die von der Bundesregierung bereitgestellten Fördergelder oftmals nicht einmal abgerufen. Geld allein reicht nicht. Karriere kann man immer noch weitaus besser mit Tierversuchen machen. Die Regierung ist gefordert, hier Weichen zu stellen. Angehende, karriereorientierte Wissenschaftler müssen frühzeitig an die In-vitro-Methoden herangeführt werden, z.B. durch die Einrichtung von Lehrstühlen an den Universitäten, damit sie nicht automatisch den tierexperimentellen Weg einschlagen.

AG STG: Viele tierversuchsfreie Testmethoden sind schneller, sicherer und auch günstiger. Ganz im Sinne der Industrie, die ja hauptsächlich daran interessiert ist, möglichst kostengünstig zu produzieren. Weshalb fördert die Industrie diese Methoden selbst nicht mehr?
Dr. Gericke: Tatsächlich kommen viele Neuentwicklungen von tierversuchsfreien Methoden aus der Industrie. Allerdings haben die Unternehmen auch ein Interesse daran, den Tierversuch beizubehalten. So sichern sie sich ab, falls mit ihren Produkten etwas schiefgeht.
AG STG: Wie gross ist generell das Interesse der Universitäten, sich mit fortschrittlichen und innovativen Forschungsmethoden zu befassen?
Dr. Gericke: Tierexperimentell gewonnene Ergebnisse lassen sich wunderbar in Publikationen umsetzen. Diese sind das Mass für die Qualität eines Forschers. Je länger seine Liste der Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachjournalen ist, desto eher kommt er an Forschungsgelder. Alle, die von diesem System profitieren, haben kein Interesse daran, dies zu ändern.
AG STG: Im Rahmen des Ukraine-Projektes von Ärzte gegen Tierversuche haben Sie bereits mehrere Universitäten mit technischen Geräten für eine tierversuchsfreie Ausbildung ausgestattet. Wie sieht der aktuelle Stand dieses Projektes aus?
Dr. Gericke: Bislang haben wir drei Institute an drei Universitäten in der Ukraine ausgestattet. Das grosse Problem an den osteuropäischen Hochschulen ist der Informationsmangel. Sie wissen gar nicht, welche Möglichkeiten moderne Lehrmethoden bieten. Wir finanzieren zurzeit ein Projekt, bei dem mindestens 100 Hochschulen in Russland, Weissrussland und der Ukraine durch einen Videofilm informiert und überzeugt werden sollen.

Hier weiterlesen:

http://www.agstg.ch/magazin/magazin-archiv.html?task=view&id=164

Gruß Hubert

My Box.net Files

Share anywhere with Box.net