Ich habe gropen Respekt vor Corina Gericke. Sie setzt sich seit fast 25 Jahren gegen Tierversuche ein. Es ist ja eine Aufgabe, die sehr viel Kraft braucht und die Erfolge nicht so häufig sind und es eine mühsame Arbeit ist. Von diesem Einsatz ist ja kein Vorteil zu ziehen, im Gegenteil, eher wird da schon auch mal was aus eigener Tasche bezahlt. Auch von der Gesellschaft wird diese Arbeit nicht honoriert, höchstens von einem kleinem Kreis, wo das Problem bekannt ist und man sich über die moralische Verwerflichkeit von Tierversuchen Gedanken macht. Es wird noch lange dauern, bis sich das Bewusststein der Menschen ändert und sie die wahren Gründe für Tierversuche erkennen (rechtliche Absicherung, Geschäftemacherei, Renommee von "Forschern"...) Das sind ja mitteralterliche Methoden, die man seit fast hundert Jahren anwendet und einfach nur schlechte Wissenschaft sind. Es ist nicht so wie allgemein geglaubt wird, dass Tierversuche dem Fortschritt und der Gesundheit des Menschen dienen. Es wäre höchst an der Zeit alternative Methoden zu fördern und anzuwenden, die der heutigen Zeit entsprechen.
Auszug aus Wikipedia
"Corina Gericke ist Mitgründerin und jahrelanges Vorstandsmitglied von SATIS (Studentische Arbeitsgruppe gegen Tiermissbrauch im Studium). Da viele Menschen glauben, Tierversuche seien zwar nicht nett, aber zur Sicherung des Medizinischen Fortschritts erforderlich, setzt sie sich unter anderem dafür ein, dass in der Tierrechtsbewegung die Wissenschaftskritik in der Argumentation gegen Tierversuche stärker berücksichtigt wird."
Wikipedia - Corina Gericke

------------

Auszug
Interview mit Dr. med. vet. Corina Gericke, AgT
Dr. med. vet. Corina Gericke
«Um aus der Sackgasse herauszukommen, muss die Medizin neue Wege beschreiten»
AG STG: Wie sieht Ihr persönliches Verhältnis zu Tieren aus? Welche Rechte fordern Sie für Tiere?
Dr. Gericke: Ich respektiere jedes Tier als Individuum mit eigenen Bedürfnissen. Tieren muss das Recht auf Unversehrtheit und ein Leben, ihren arteigenen Bedürfnissen entsprechend, zugestanden werden. Ich lehne es ab, dass Tiere in irgendeiner Form von Menschen instrumentalisiert werden.
AG STG: Würden Sie bitte kurz Ihren persönlichen Weg zum Tierschutz beschreiben? Welche Beweggründe waren für Sie massgeblich?
Dr. Gericke: Ausschlaggebend waren für mich Fernsehberichte Ende der 70er-Jahre über Tierhaltung in der Landwirtschaft und über Tierversuche. Mir wurde bewusst, dass es nicht richtig ist, wie wir mit Tieren umgehen, und ich wollte dagegen etwas tun. Aber ich fühlte mich allein und wusste nicht, wie ich vorgehen sollte. Gleichgesinnte konnte ich zunächst nicht finden. 1984 lernte ich eine lokale Tierversuchsgegnergruppe kennen und seither trete ich aktiv gegen Tierversuche und für Tierrechte ein. Etwa zur gleichen Zeit wurde ich Vegetarierin und kurze Zeit später Veganerin.
AG STG: Woher nehmen Sie die Kraft, sich seit fast 25 Jahren für Tiere und gegen Tierversuche einzusetzen?
Im vergangenen Vierteljahrhundert konnte einiges für die Tiere erreicht werden, wenn auch wesentlich weniger als erhofft und oftmals gar durch Rückschritte gekennzeichnet. Ein gewisser Bewusstseinswandel in Öffentlichkeit und Politik ist aber unverkennbar. Die Kraft, für die Rechte der Tiere einzutreten und mein Scherflein dazu beizutragen, kommt dabei aus den Tiefen meines Herzens.
[...]
AG STG: Woran scheitert es, dass die Entwicklung und Einführung von tierversuchsfreien Testmethoden vom Staat endlich massiv gefördert wird?
Dr. Gericke: Ein grosses Problem ist das mangelnde Renommee der tierversuchsfreien Forschung. So werden die von der Bundesregierung bereitgestellten Fördergelder oftmals nicht einmal abgerufen. Geld allein reicht nicht. Karriere kann man immer noch weitaus besser mit Tierversuchen machen. Die Regierung ist gefordert, hier Weichen zu stellen. Angehende, karriereorientierte Wissenschaftler müssen frühzeitig an die In-vitro-Methoden herangeführt werden, z.B. durch die Einrichtung von Lehrstühlen an den Universitäten, damit sie nicht automatisch den tierexperimentellen Weg einschlagen.

AG STG: Viele tierversuchsfreie Testmethoden sind schneller, sicherer und auch günstiger. Ganz im Sinne der Industrie, die ja hauptsächlich daran interessiert ist, möglichst kostengünstig zu produzieren. Weshalb fördert die Industrie diese Methoden selbst nicht mehr?
Dr. Gericke: Tatsächlich kommen viele Neuentwicklungen von tierversuchsfreien Methoden aus der Industrie. Allerdings haben die Unternehmen auch ein Interesse daran, den Tierversuch beizubehalten. So sichern sie sich ab, falls mit ihren Produkten etwas schiefgeht.
AG STG: Wie gross ist generell das Interesse der Universitäten, sich mit fortschrittlichen und innovativen Forschungsmethoden zu befassen?
Dr. Gericke: Tierexperimentell gewonnene Ergebnisse lassen sich wunderbar in Publikationen umsetzen. Diese sind das Mass für die Qualität eines Forschers. Je länger seine Liste der Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachjournalen ist, desto eher kommt er an Forschungsgelder. Alle, die von diesem System profitieren, haben kein Interesse daran, dies zu ändern.
AG STG: Im Rahmen des Ukraine-Projektes von Ärzte gegen Tierversuche haben Sie bereits mehrere Universitäten mit technischen Geräten für eine tierversuchsfreie Ausbildung ausgestattet. Wie sieht der aktuelle Stand dieses Projektes aus?
Dr. Gericke: Bislang haben wir drei Institute an drei Universitäten in der Ukraine ausgestattet. Das grosse Problem an den osteuropäischen Hochschulen ist der Informationsmangel. Sie wissen gar nicht, welche Möglichkeiten moderne Lehrmethoden bieten. Wir finanzieren zurzeit ein Projekt, bei dem mindestens 100 Hochschulen in Russland, Weissrussland und der Ukraine durch einen Videofilm informiert und überzeugt werden sollen.

Hier weiterlesen:

http://www.agstg.ch/magazin/magazin-archiv.html?task=view&id=164

Gruß Hubert