Donnerstag, 18. April 2013

Das schwärzeste aller Verbrechen - Teil 2

Das schwärzeste aller Verbrechen - Teil 2

Christen gegen die Kreatur 


Von Karlheinz Deschner - 2. Teil
Und heute? Klipp und klar erklärt 1993 der "Katechismus der Katholischen Kirche": "Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig ...".
Ja, hält dieser katholische Katechismus nicht weiter Tür und Tor offen für jede Scheußlichkeit gegenüber einer ganz und gar wehrlosen, ganz und gar schuldlosen, aber ganz und gar versklavten Kreatur? Gegenüber Geschöpfen, die oft in ihrem Erleben, Fühlen, wie Genetik, Biologie, Verhaltensforschung, wie ja auch alltägliche Erfahrungen zeigen, uns in vielem sehr ähnlich, uns nicht selten inniger, treuer zugetan sind selbst als menschliche Freunde? 

Doch fort und fort darf das animal rationale mit (nicht nur) katholischem Plazet Leichen genießen; fort und fort darf es weiter sich vollstopfen mit Fleisch und Fisch bis zum Rande seines Fassungsvermögens, wofür Jahr um Jahr Milliarden "Mitgeschöpfe" verröcheln müssen, weit mehr als die Hälfte unbetäubt; ist ja auch nach den EKD-"Texten" 41, 1991, das "Gewaltverhältnis" zwischen Mensch und Tier "grundsätzlich unaufhebbar". Und weiter darf der Mensch, laut "Weltkatechismus", sich geschäftlich der Tiere bedienen. Und wie bedient er sich? Indem er Robbenbabys vor den Augen ihrer Mütter zu Tode knüttelt. Indem er Karakullämmer gleichsam pränatal aus dem Mutterleib prügelt. Indem er in den Ferkel-, den Hühnerbatterien, den Mastboxen und Dunkelställen die ihm rettungslos, ihm wie Sachen, nein, wie Dreck Ausgelieferten derart zusammenpfercht, daß sie in ihrer Not einander Schwänze und Ohren abbeißen oder die eigenen Jungen fressen.
Und seit dem 11. Dezember 1996 erlaubt unsere christliche Regierung das Halten von noch mehr Tieren als bisher "pro Anlage ohne Genehmigung" - beinah dreimal soviel! Man bedient sich der ohnmächtigen Kreatur, der "Mitgeschöpfe", indem man ungezählte Kälbchen auf qualvollstem Transport ihren Schlächtern lebend, sterbend, schon krepiert, zukarrt, um die "Frühvermarktungs-", die "Herodes-Prämie" zu kassieren, ein Schimpf- und Schandgeld sondergleichen!
Das Monster der Schöpfung darf Tiere zum Amüsement gebrauchen. Und wie gebraucht es sie? Indem es Enten, Gänsen, Hühnern um die Wette die Köpfe abreißt. Indem es beim "Steer Busting" Tiere mit dem Lasso an den Hinterläufen fängt und herumschleift, bis sie sterben. Indem es Stieren, vor ihrem Todeskampf in der Arena, die Nase mit Watte verstopft, die Augen mit Vaseline verkleistert. Indem es an gewissen Heiligenfesten in Spanien mit pfarrherrlichem Beistand Ziegen und ihre Jungen lebend vom Kirchturm stürzt.
Und natürlich darf der Mensch auch künftig seine "Mitgeschöpfe" kaum vorstellbar gräßlich zu Tode schinden. Zwar sollen, einigen Fachleuten zufolge, Tierversuche für die Medizin wissenschaftlich wertlos sein - doch auch andernfalls wäre ich ausnahmslos dagegen.

Ihr Wert für die Wirtschaft aber ist unbestritten. Für den Vatikan, beteiligt an Pharmafirmen, ist diese fürchterlichste Tortur der Welt, diese gesammelte immerwährende Grausamkeit bis zum Tod, "sittlich zulässig". Auch und gerade für seine Heiligkeit Johannes Paul II. können Tiere "natürlich ... Gegenstand (!) von Experimenten sein", wie er am 23. Oktober 1982 verlauten ließ - von Experimenten, die der Hindu Ghandi "das schwärzeste aller Verbrechen" nennt. (Diesem Verbrechen fielen 1989 allein in Deutschland - nach einem allerdings sehr unvollständigen Regierungsbericht - 2,64 Millionen Tiere zum Opfer.)

Freilich, wie sollte die Gemeinschaft der Heiligen (und Scheinheiligen), wie sollte eine monopolistische Marktform im Mantel der Religion, die jahrhundertelang auch "Ebenbilder Gottes" unbarmherzig peinvoll-böse mund- und mausetot machte, deren phänomenalster Werbeautor Augustin, angeblich "umflossen vom milden Glanze unbegrenzter Güte" (Martin Grabmann), in Wirklichkeit Urvater aller mittelalterlichen Henkersknechte, schon um 400 sogar das Foltern - selbst von (schismatischen) Christen - nicht nur eine Bagatelle im Vergleich zur Hölle nennen, sondern geradezu als "Kur" (emendatio) heils- und inquisitionsgeschichtlich etablieren konnte,
wie sollte eine Kirche, die unmittelbare und mittelbare Mörderin von Hunderten von Millionen schuldloser Menschen, tierisches Leben nicht nur verbal, nicht nur sub specie momenti, und sei es mit noch so sonorer Phraseologie in Sonntagsreden, Tiergottesdiensten, durch Tieresegnen, Weihwasserbespritzen et cetera, sondern tatsächlich schützen? Wie sollte sie Tieren eine Seele zugestehen, die sie, beim Rauben fremder Länder, noch Menschen anderer Rasse und Lebensart absprach?
[...]
Immerhin gibt es Gottesdiener, beschämend wenige, die nicht bloß moderat für die "unbeweinte Kreatur" streiten (Joseph Bernhart), sondern die auch den "Verrat der Kirchen an den Tieren" geißeln (Carl Anders Skriver), dabei aber das Christentum rechtfertigen, reinwaschen wollen oder, wie der sicher meritenreiche Oxforder Theologe und Tierethiker Andrew Linzey, wenigstens den "Geist des Evangeliums", das doch ohne jeden bestimmten Anhalt dafür ist.

Nirgends lehrt Jesus: Schützt die Tiere - er tötet zweitausend. Mit Vorliebe sucht man heute das Alte Testament zu salvieren. Ungeachtet dutzendweiser wutschäumender Ausrottungsdirektiven seines Götzen betont man die angebliche Achtung der "Schrift" vor dem Leben, ihr altes Schöpfungswissen, die Schöpfungsgemeinschaft von Mensch und Tier et cetera - nichts als vages, sich auch schnell in Widersprüche verhaspelndes Gestammel oder glatte Heuchelei.
In aller Regel nämlich ist aus der Bibel ganz klar das Gegenteil herauszulesen und deshalb auch ganz klar das Gegenteil hervorgegangen.
Und zu dem Auftrag, der ihr so fatal voransteht und unserer Historie geradezu posaunenhaft präludiert, gehört nun einmal untrennbar der Nachhall, die Wirkung. Wie erbärmlich jedoch, die Wurzeln des Unheils im Alten Testament, im Christentum zu ignorieren und die Schuld dafür besonders und immer wieder auf das entchristlichte (gewiß nicht zu entlastende, hemmungslos entfesselte, nichts als profitgeile) Wirtschaftssystem der Moderne zu schieben (vgl. etwa die "Arbeitshilfen" 113, 1993, S. 7 f., des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz).

Denn wie Hitlers Tötung der Juden die terrible Konsequenz ihrer fast zweitausendjährigen blutrünstigen Verfolgung durch die Kirchen ist, so ist die jeder Beschreibung spottende moderne Vermarktung des Tieres nicht als die technisch forcierte und perfektionierte Fortsetzung eines nie abreißenden Massenmordes durch alle christlichen Zeiten, das Resultat letztlich des Anfangsschreis: "Machet sie euch untertan" - das umfassendste Unterjochungs- und Todesverdikt der Geschichte, infernalischer Auftakt der Deformierung eines Sterns zum Schlachthaus.
Seit zwei Jahrtausenden brüstet sich die Christenheit, das Tieropfer von Anfang an abgeschafftzu haben; stimmt. Und doch hat sie mehr Tiere geopfert als jede andere Religion - nur nicht mehr Gott, sondern dem eigenen Bauch.
Karlheinz Deschner ist Deutschlands schärfster Religions- und Kirchenkritiker. Bekannt ist vor allem sein auf zehn Bände angelegtes Hauptwerk »Kriminalgeschichte des Christentums«.
Quelle: »Die Zeit«, 22.8.1997, S.40


Das schwärzeste Verbrechen

Wenn man das alles liest und die Einstellung der Kirche zu Tieren und Frauen sieht (aber auch noch zu vielen anderen Dingen), sie auf das Übelste verleumdet und beleidigt, kann es für einen vernünftigen und konsequenten Mensch nur heißen: Raus aus der Kirche. Das ist auch ein Akt der Selbstachtung und der Redlichkeit. Ich brauche wohl nicht zu betonen, dass ich da schon seit Jahrzehnten raus bin. Ich wünsche Karlheinz Deschner (geboren 1924) noch ein langes Leben.

Gruß Hubert

Das schwärzeste aller Verbrechen - Teil 1

Das schwärzeste aller Verbrechen - Teil 1

Christen gegen die Kreatur


Ich bringe hier ein paar Ausschnitte aus einem Aufsatz von Karlheinz Deschner. Wenn man liest welche Ungeheuerlichkeiten in den "heiligen" Büchern der Christen stehen, dann muss man sich fragen wie Christen da noch Christen bleiben können? Wie will eine Religion das Gute lehren wenn sie Mitgeschöpfe, also Tiere, auf das übelste verleumdet und bei größten Grausamkeiten ihnen gegenüber nicht das geringste Mitleid aufbringt. Was soll eine Religion, der das Mitleid gegenüber Tieren fehlt? So wie die christliche Religion Tiere behandelt müsste man meinen sie seien Teufels Geschöpfe. Man kann bei diesen Aussagen von Paulus, Kirchenlehrern, Päpsten, Bischöfen usw. nur von Boshaftigkeit, Grausamkeit und Sadismus reden. Niemand kann und soll mir erzählen, dass Menschen die mit Tieren so abgrundtief boshaft sind, gut zu Menschen sein können, das Beste für sie wollen. Mir fehlt jedes Verständnis für Christen, die Tiere wirklich lieben, und zwar alle, in so einer Kirche bleiben können.
Hier nun Karlheinz Deschner in Auszügen.
Biblischer Tierschutz? Archaischer Respekt vor dem nichtmenschlichen Leben? Der nackte Egoismus einer Viehzüchterreligion! Da sind sich, wie in so vielen Greueln - doch im krassen Kontrast zum Monismus der alten Asiaten, Indianer -, die monotheistischen Gottesanbeter einig: "Allah ist's, der für euch das Vieh macht", rühmt der Koran. "Die einen Tiere sind zum Reiten da, die anderen zum Essen. Und ihr habt den Nutzen davon" (40,79 f.).
Wie wahr - wenn Sie sich gütigst mit Theodor Lessing erinnern, warum denn der Hirte, auch und gerade der "gute Hirte", seine Herde hegt? Erstens damit er sie scheren kann, zweitens damit er sie fressen kann.
Oh, wir kennen diese Nase! Riecht sie nicht Blut noch immer gern?
Und gleich darauf dröhnt es abermals: "Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel ... und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, sei eure Speise ...". Und bloß ein Blättchen weiter nach dieser furiosen Freßanweisung, da beehrt Herr Nimrod die Schöpfungsordnung - "und war ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN": biblischer Aufgang des open air bestivals. Hier ist sie, die hehre Herren-, Heger-, Pflegerlüge, das Halali, das die Kreatur in den Kochtopf jagt - indes für die EKD ("Texte" 41, 1991): "ethisch vertretbar".

Da die Fressenden, dort jene, die froh sein können, daß man sie frißt.

 Las ich doch erst unlängst vom Dogmatikkolleg eines "heute berühmten deutschen Bischofs", der im Rahmen der Schöpfungslehre erklärte, es könne ja "dem Fisch und dem Hasen gar nichts Besseres passieren, als vom Menschen gegessen zu werden, denn dies entspreche der Rangmäßigkeit der Schöpfungsordnung" - und wurde von fünfhundert Hörern, sicher gut christlichen, "mit wohlgefälligern Lachen" belohnt (in: H.F.Kaplan, Hg., Warum ich Vegetarier bin. Prominente erzählen, 1995).
Nach 1. Kg. 8,62 f. schlachtete Salomo bei der Tempeleinweihung dem Herrn 22000 Rinder und 120000 Schafe, alles aus Respekt vor dem Schöpfer und der Schöpfung. Als Leckerbissen galten Rindfleisch, der Schwanz des Schafes und ganz junge Ziegen, während das schlichtere Volksmaul vor allem Fische verschlang. Pferde ließ David, der nichts ohne Gott tat, gern lähmen und liquidieren. Tiere, die einen Menschen tödlich verletzten, mußten gesteinigt, Tiere, mit denen man koitierte, gleichfalls kaputtgemacht werden.

Im Neuen Testament, in dem das Tier eine viel geringere Rolle spielt, ist ein Wort gleich des ersten Christen bezeichnend. Fragt Paulus doch: "Sorgt sich Gott etwa um die Ochsen? Oder redet er nicht allenthalben um unseretwillen?" Wie der Völkerverderber (Röm. 1,22 ff.) tiervergötternde Heiden ja auch "Narren" schmäht, weil sie "gedient dem Geschöpf statt dem Schöpfer".
Und Jesus vernichtet zwecks Heilung eines einzigen Menschen - eines der fulminantesten, von allen Synoptikern berichteten neutestamentlichen Strafmirakel - zweitausend Schweine. Wieder bestätigt sich das Wort der deutschen Oberhirten beider Konfessionen: "In den Zeichen und Wundern Jesu wird deutlich, zu welcher Herrlichkeit die Schöpfung berufen ist" - "und sie ersoffen im Meer".
  
Später setzen auch die Kirchenväter das Tier infam herab - wie die Frau, die das Juden-Christentum oft dem Tier annähert: 

Das 3. Buch Mose stellt die Frau den Haustieren gleich. Für den Kirchenlehrer Augustinus ist sie, wie das Tier, nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen (mulier non est facta ad imaginem Dei). Und nach Thomas von Aquin, der die Frauen noch selbstherrlicher, noch tiefer demütigt und gegen schädliche Tiere Exorzismen sowie Justizprozesse anrät, kennt das "animal brutum" nur Fraß und Koitus.


Mit wahrem Haßvergnügen werfen die größten katholischen Heiligen ihren Mitmenschen Tiernamen an den Kopf, bevorzugt andersgläubigen Christen: "Tiere in Menschengestalt", "Füchse", "Wölfe", "tolle Hunde", "schmutzige Schweine", "Schlachtvieh für die Hölle"; indes etwa Luther den Heiligen Vater "Krokodil" tituliert, "Drachen und Höllendrachen", "Bestie der Erde", "Papstesel", "Papstsau" usw. (Ist ja auch die Frau für Luther "ein Kind", "ein halbes Kind", "ein Toll Thier".)

Und im Alten Testament verführt die Schlange die Frau, die ihrerseits wieder den Mann betört, worauf die Kirche durch zwei Jahrtausende das Weib mit Eifer und Geifer verunglimpft, benachteiligt und die Schlange wie kaum ein anderes Tier verteufelt: Inbegriff der Sünde nun, Staubfresserin, nicht mehr Wiedergeburt verheißend, sondern Tod; die Jungfer Marie, die reine, zertritt ihr den Kopf.
Wer kennt nicht in romanischen, in gotischen Christentempeln all die Greuelkreaturen, die zerquälten Tiergesichter, von irgendwelchen Heiligen zertreten. An Portalen, Tympana, an Kapitellen mutiert das Tier zur Bestie: Raben, Hunde, Hasen, Kröten, Esel, Löwen, Wölfe, Widder, Drachen, samt und sonders Satansbiester, Teufelsfratzen; womit implizit stets auch der "Sünder", das "Tier in uns" getreten wird, die Sexualität. "Der Teufel", schreibt Friedrich Heer, wird da dem Volk präsentiert "als ein ,Vieh`, ein ,schweinisches Vieh`".

Zum puren Vergnügen marterten mittelalterliche Christen im Spiel vom Geflügel bis zu den Rindern alles zu Tode. Schweine wurden am Strang gesetzesgerecht hingerichtet, Hunde als Teufelsgehilfen gepeinigt und lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auch Katzen flogen am Johannistag in ganz Westeuropa fuhrenweise ins Feuer; in Metz veranstaltete man mit ihnen, unter klerikaler Patronanz, entsetzliche Autodafés bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts.

"Grausamkeit gegen Tiere", notiert Alexander von Humboldt, "kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen."
Aber bei wahrer Religion.

Nun gibt es Christen, die gern jenen, der dem Bruder Esel predigte, den Vögeln, als Alibi benutzen, Franz von Assisi, diese fast singuläre Lichtgestalt in all den finsteren Geschehnissen der Kirchengeschichte. Seine Beziehung aber zum Tier, wie halbherzig auch immer - er wandte sich bei eklatanten Roheitsakten "nicht gegen die Roheit selbst und erst recht nicht gegen die Rohlinge persönlich" (so der Bayreuther Soziologe Gotthard Teutsch) -, nahm die Kirche nie wirklich ernst; Papst Innozenz III. kommentierte, der Überlieferung zufolge, er solle doch den Schweinen predigen.

Und dreieinhalb Jahrhunderte später, 1567, verbot Pius V. - Inquisitor und heilig - durch die Bulle "De salute gregis" zwar Stierkämpfe "für ewige Zeiten", doch nicht, wie meist hingestellt, als Humanitätsakt gegenüber den Stieren und oft grauenhaft krepierenden Pferden, sondern nur, wie § 1 testiert, wegen der "häufigen Todesfälle von Menschen, Verstümmelungen menschlicher Glieder und Gefahr für das Seelenheil". Wieder dreihundert Jahre darauf Mitte des 19. Säkulums, untersagte Pius IX. die Eröffnung eines Tierschutzbüros in Rom; habe der Mensch doch, was Tiere betrifft, keinerlei Pflichten - und 1985 erfolgte der erste Schritt zu seiner Heiligsprechung kraft offizieller Anerkennung seiner "heroischen Tugend".
Seit zwei Jahrtausenden brüstet sich die Christenheit, das Tieropfer von Anfang an abgeschafftzu haben; stimmt.
  

Und doch hat sie mehr Tiere geopfert als jede andere Religion - nur nicht mehr Gott, sondern dem eigenen Bauch.


Karlheinz Deschner ist Deutschland schärfster Religions- und Kirchenkritiker. Bekannt ist vor allem sein auf zehn Bände angelegtes Hauptwerk »Kriminalgeschichte des Christentums«.
Quelle: »Die Zeit«, 22.8.1997, S.40

Dsa schwärzeste aller Verbrechen



Gruß Hubert

Interview mit Dr. med. vet. Corina Gericke

Interview mit Dr. med. vet. Corina Gericke

Ich habe gropen Respekt vor Corina Gericke. Sie setzt sich seit fast 25 Jahren gegen Tierversuche ein. Es ist ja eine Aufgabe, die sehr viel Kraft braucht und die Erfolge nicht so häufig sind und es eine mühsame Arbeit ist. Von diesem Einsatz ist ja kein Vorteil zu ziehen, im Gegenteil, eher wird da schon auch mal was aus eigener Tasche bezahlt. Auch von der Gesellschaft wird diese Arbeit nicht honoriert, höchstens von einem kleinem Kreis, wo das Problem bekannt ist und man sich über die moralische Verwerflichkeit von Tierversuchen Gedanken macht. Es wird noch lange dauern, bis sich das Bewusststein der Menschen ändert und sie die wahren Gründe für Tierversuche erkennen (rechtliche Absicherung, Geschäftemacherei, Renommee von "Forschern"...) Das sind ja mitteralterliche Methoden, die man seit fast hundert Jahren anwendet und einfach nur schlechte Wissenschaft sind. Es ist nicht so wie allgemein geglaubt wird, dass Tierversuche dem Fortschritt und der Gesundheit des Menschen dienen. Es wäre höchst an der Zeit alternative Methoden zu fördern und anzuwenden, die der heutigen Zeit entsprechen.
Auszug aus Wikipedia
"Corina Gericke ist Mitgründerin und jahrelanges Vorstandsmitglied von SATIS (Studentische Arbeitsgruppe gegen Tiermissbrauch im Studium). Da viele Menschen glauben, Tierversuche seien zwar nicht nett, aber zur Sicherung des Medizinischen Fortschritts erforderlich, setzt sie sich unter anderem dafür ein, dass in der Tierrechtsbewegung die Wissenschaftskritik in der Argumentation gegen Tierversuche stärker berücksichtigt wird."
Wikipedia - Corina Gericke

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Auszug
Interview mit Dr. med. vet. Corina Gericke, AgT
Dr. med. vet. Corina Gericke
«Um aus der Sackgasse herauszukommen, muss die Medizin neue Wege beschreiten»
AG STG: Wie sieht Ihr persönliches Verhältnis zu Tieren aus? Welche Rechte fordern Sie für Tiere?
Dr. Gericke: Ich respektiere jedes Tier als Individuum mit eigenen Bedürfnissen. Tieren muss das Recht auf Unversehrtheit und ein Leben, ihren arteigenen Bedürfnissen entsprechend, zugestanden werden. Ich lehne es ab, dass Tiere in irgendeiner Form von Menschen instrumentalisiert werden.
AG STG: Würden Sie bitte kurz Ihren persönlichen Weg zum Tierschutz beschreiben? Welche Beweggründe waren für Sie massgeblich?
Dr. Gericke: Ausschlaggebend waren für mich Fernsehberichte Ende der 70er-Jahre über Tierhaltung in der Landwirtschaft und über Tierversuche. Mir wurde bewusst, dass es nicht richtig ist, wie wir mit Tieren umgehen, und ich wollte dagegen etwas tun. Aber ich fühlte mich allein und wusste nicht, wie ich vorgehen sollte. Gleichgesinnte konnte ich zunächst nicht finden. 1984 lernte ich eine lokale Tierversuchsgegnergruppe kennen und seither trete ich aktiv gegen Tierversuche und für Tierrechte ein. Etwa zur gleichen Zeit wurde ich Vegetarierin und kurze Zeit später Veganerin.
AG STG: Woher nehmen Sie die Kraft, sich seit fast 25 Jahren für Tiere und gegen Tierversuche einzusetzen?
Im vergangenen Vierteljahrhundert konnte einiges für die Tiere erreicht werden, wenn auch wesentlich weniger als erhofft und oftmals gar durch Rückschritte gekennzeichnet. Ein gewisser Bewusstseinswandel in Öffentlichkeit und Politik ist aber unverkennbar. Die Kraft, für die Rechte der Tiere einzutreten und mein Scherflein dazu beizutragen, kommt dabei aus den Tiefen meines Herzens.
[...]
AG STG: Woran scheitert es, dass die Entwicklung und Einführung von tierversuchsfreien Testmethoden vom Staat endlich massiv gefördert wird?
Dr. Gericke: Ein grosses Problem ist das mangelnde Renommee der tierversuchsfreien Forschung. So werden die von der Bundesregierung bereitgestellten Fördergelder oftmals nicht einmal abgerufen. Geld allein reicht nicht. Karriere kann man immer noch weitaus besser mit Tierversuchen machen. Die Regierung ist gefordert, hier Weichen zu stellen. Angehende, karriereorientierte Wissenschaftler müssen frühzeitig an die In-vitro-Methoden herangeführt werden, z.B. durch die Einrichtung von Lehrstühlen an den Universitäten, damit sie nicht automatisch den tierexperimentellen Weg einschlagen.

AG STG: Viele tierversuchsfreie Testmethoden sind schneller, sicherer und auch günstiger. Ganz im Sinne der Industrie, die ja hauptsächlich daran interessiert ist, möglichst kostengünstig zu produzieren. Weshalb fördert die Industrie diese Methoden selbst nicht mehr?
Dr. Gericke: Tatsächlich kommen viele Neuentwicklungen von tierversuchsfreien Methoden aus der Industrie. Allerdings haben die Unternehmen auch ein Interesse daran, den Tierversuch beizubehalten. So sichern sie sich ab, falls mit ihren Produkten etwas schiefgeht.
AG STG: Wie gross ist generell das Interesse der Universitäten, sich mit fortschrittlichen und innovativen Forschungsmethoden zu befassen?
Dr. Gericke: Tierexperimentell gewonnene Ergebnisse lassen sich wunderbar in Publikationen umsetzen. Diese sind das Mass für die Qualität eines Forschers. Je länger seine Liste der Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachjournalen ist, desto eher kommt er an Forschungsgelder. Alle, die von diesem System profitieren, haben kein Interesse daran, dies zu ändern.
AG STG: Im Rahmen des Ukraine-Projektes von Ärzte gegen Tierversuche haben Sie bereits mehrere Universitäten mit technischen Geräten für eine tierversuchsfreie Ausbildung ausgestattet. Wie sieht der aktuelle Stand dieses Projektes aus?
Dr. Gericke: Bislang haben wir drei Institute an drei Universitäten in der Ukraine ausgestattet. Das grosse Problem an den osteuropäischen Hochschulen ist der Informationsmangel. Sie wissen gar nicht, welche Möglichkeiten moderne Lehrmethoden bieten. Wir finanzieren zurzeit ein Projekt, bei dem mindestens 100 Hochschulen in Russland, Weissrussland und der Ukraine durch einen Videofilm informiert und überzeugt werden sollen.

Hier weiterlesen:

http://www.agstg.ch/magazin/magazin-archiv.html?task=view&id=164

Gruß Hubert

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